SEX

Sag mal, hast du gerade gefurzt?

VH

Valerie Herrmann

Kennst du das? Ihr seid gerade richtig bei der Sache und plötzlich: Fffffffrrrtttt. Ein lautes Furzgeräusch tönt durch den Raum. Doch kein Pups, sondern ein Queef ist der Übeltäter. Was das ist und wie du mit peinlichen Geräuschen und Gerüchen während dem Sex umgehst, erfährst du im Folgenden. 

Jede Person, die schon ein paar Mal Sex - oder sowas in die Richtung - hatte, kennt es: Manchmal bekommt man einen unangenehmen Geruch in die Nase oder produziert ein „peinliches” Geräusch. Wenn du noch keine sexuellen Erfahrungen gemacht hast: Das ist leider unvermeidbar. Besonders am Anfang deiner sexuellen Laufbahn oder mit neuen Partnern oder Partnerinnen ist es nicht verwunderlich, wenn du dich dafür etwas schämst. Aber das musst und solltest du nicht.

 

Gerüche und Geräusche beim Sex sind unvermeidbar.

 

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass beide Parteien vorher gründlich geduscht haben (auch unter der Vorhaut waschen, Jungs!) und sich währenddessen besonders behutsam bewegen: Wenn Menschen Geschlechtsverkehr haben, gehört immer eine gewisse Geruch-und Geräuschkulisse dazu. Das Schöne daran ist, dass wir das ja auch wollen, denn zum Sex gehören alle Sinne. Ein Stöhnen oder der Duft deiner Partnerin oder deines Partners kann unglaublich erregend sein. Dass neben den sexy sounds and smells auch ein paar weniger Heiße dabei sind, gehört einfach dazu.

 

Wie oft ist es mir schon passiert: Stellungswechsel, meine Vagina atmet kurz aus und gönnt sich einen ausgiebigen Queef. Mit diesem beinah lautmalerischen Wort beschreibt man das Phänomen, wenn durch Penetration beim Sex Luft in den Vaginalgang gerät und anschließend mit einem Pupsgeräusch wieder ausgestoßen wird. Man kann es nicht von einem herkömmlichen Pups unterscheiden, weswegen es uns schnell mal die Röte ins Gesicht treiben kann. Unangenehm, aber hey. 

 

Mir haben Partner schon ins Gesicht geschwitzt (ins Auge sogar, aua!), aus Versehen in die Haare gespritzt, mussten tatsächlich furzen oder haben das Lecken für einen kehligen Rülpser unterbrechen müssen. In vielen Stellungen klatscht und wabbelt es, Vaginalflüssigkeit verteilt sich, und ein lustvolles Stöhnen wird aus Versehen zum komischen Glucksen. Alles kein Ding. Musst du nicht sogar auch grinsen, während du das liest? Ich hoffe es, denn es ist einfach lustig, was alles so passieren kann. Da ich mich aber noch gut daran erinnern kann, dass ich das alles anfangs weniger lustig als befremdlich und peinlich fand, will ich dir erklären, woher diese Scham kommt und wie du damit umgehen kannst.

 

Wir werden von keiner Seite richtig auf Sex vorbereitet.

 

Auf die Gefahr hin, klischeemäßig zu klingen und wie so oft in den bösen Medien und der schlechten Aufklärung die Schuldigen zu suchen: Die Darstellung von Sex und der Umgang mit Sexualität lässt sowohl im medialen als auch im schulischen Bereich oft zu wünschen übrig. 

  • In Mainstream-Filmen werden im Normalfall keine weirden Stellungswechsel oder unglücklichen Schmatzgeräusche gezeigt.

  • Mainstream-Pornos wiederum sind mit vielen Hilfsmitteln zur „Perfektion“ gebastelte und oft degradierende Sex-Filmchen, die absolut nichts mit echtem Sex zu tun haben (Nein, auch die Amateur-Pornos nicht). Somit sind auch sie in keiner Weise eine zuverlässige Quelle dafür, wie Sex im realen Leben abläuft.

  • Und dass der Sexualkundeunterricht in Deutschland leider in vielen Fällen nicht über trockene Fakten über den weiblichen Zyklus oder die Befruchtung der Eizelle hinaus geht, trägt zusätzlich dazu bei, dass wir vor unserem ersten Mal gar keine Ahnung haben, was uns genau erwartet.

  • Und selbst wenn man schon lang keine Jungfrau mehr ist: Oft fällt es uns schwer, beim Sex locker und selbstbewusst mit „unschönen“ Situationen umzugehen.

 

Die Lösung: Redet miteinander. #Oralverkehr

 

Oft mangelt es an ehrlicher Kommunikation. Von allen Seiten. Die Freundinnen reden beim Sextalk vielleicht über Penisgrößen, lassen aber die „komischen“ Parts weg. Der Partner ist womöglich selbst unerfahren oder unsicher und weiß nicht mit der Situation umzugehen. Im schlimmsten Fall schweigen dann beide beschämt und können den Sex nicht mehr genießen. Und das will niemand. 

 

 

Mach dir also bewusst: Allen sexuell Aktiven passieren kleine (oder große) Missgeschicke.

 

Allen! Wenn du drüber lachen kannst, machst du nicht nur dir, sondern auch deiner Partnerin oder deinem Partner das Leben leichter. Falls du dich zum Beispiel nach einem Queef erklären willst, sag’ einfach mit einem Grinsen: „Huch, das war ihr wohl zu viel Luft“. Easy. Generell: Wenn etwas nicht Vermeidbares passiert, behalte das Mindset: „Wir sind halt auch nur zwei Körper" und verbalisiere es auch so.

 

Und noch was: Wenn sich jemand wegen solcher Kleinigkeiten ernsthaft über dich lustig macht oder dir ein schlechtes Gefühl gibt, ist er oder sie vielleicht noch nicht bereit für Sex. Denn Sex ist eine großartige und manchmal witzige Angelegenheit, die immer auf einem basieren sollte: Respekt.

 

Dieser Beitrag ist von unserer Gastautorin Valerie! Wenn dir ihr Text gefallen hat, stay tuned: Hier wird bald mehr von ihr zu lesen sein.

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